Archiv der Kategorie: Lustiges

Sich mal durchsetzen beim Hund

von Perdita Goltz

Schon von Weitem erkenne ich das mir flüchtig bekannte Herrchen des quirligen Yorkie-Mischlings. Weit nach vorn gebeugt ruft er lauthals nach seinem Hund. Der macht sich einen Spaß draus und flitzt Haken schlagend auf der Wiese hin und her. Dann läuft er zum Herrchen und streicht ihm immer wieder um die Beine, eng angelehnt wie ein Kätzchen. Herrchen greift mit beiden Händen um Hundis Rumpf und hebt ihn behutsam hoch. Er hält ihn auf Augenhöhe, Hundi hängt schlapp da und schaut Herrchen aufmerksam an. Nun beugt Herrchen sich wieder runter und legt Hundi ganz vorsichtig auf den Rücken. Er lässt ihn los und – Hundi springt auf und fängt sofort wieder sein Schmeichel-Spielchen an, wobei er fröhliche kleine Quieker ausstößt. Inzwischen habe ich die beiden erreicht und frage lachend: „Was war das denn eben?“ Und Herrchen antwortet: „Na ja, damit er merkt, dass ich der Stärkere bin!“ Ich bin mir sicher: Jetzt weiß der Hund Bescheid ;-) ;-)

 

Widerstand beim Gassigang

von unserer Mitarbeiterin Perdita Goltz

Das hätten wir vorher üben sollen! Heute baten wir unsere Annette, Mitglied des Bobby-Fanclubs, den Bobby zu sitten. Bobby, verwöhnter Einzelhund, hasst es, wenn sein Rudel nicht komplett ist. Da aber Herrchen und Frauchen berufsbedingt beide nicht anwesend waren (eine große Ausnahme), erwarteten alle Beteiligten Erleichterung seitens Bobby, dass die liebe Annette, die er kennt und mag, ihn mittags “befreit”. Annettes 16jähriger Seniorhund Tanjuk nahm natürlich auch an der Abholung teil. Annette berichtet: Als ich die Haustür aufschloss, bellte Bobby natürlich. Das hielt Tanjuk allerdings nicht davon ab, schon mal nach hinten durchzugehen ins Esszimmer, wo sich ja bekanntlich Bobbys Leckerli-Vorräte befinden. Das wusste er nämlich noch von seinem letzten Besuch.

Ich versuchte inzwischen, Bobby das Geschirr anzulegen. Unvorsichtigerweise berührte ich dabei Bobbys … äh … kleinen Bobby – sofort warf er sich auf die Seite, fiepte und schaute mich weinerlich an! Das kann ja heiter werden, dachte ich. Ich rief Tanjuk, nahm die von Perdita vorbereitete Tüte mit Bobbys Decke und seinem Mittagssnack vom Haken und ging mit beiden Hunden los. Auf den ersten Metern lief das Gassi absolut problemlos, wenn auch das ständige Kreuzen der Arme und Umgreifen zu den verschiedenen Leinen – und dabei die blöde Tüte nicht loslassen – ein wenig umständlich war. Das Markier-Ritual und Lesen der Pi-Mails schien beiden Hunden zu gefallen. Nun mussten wir nur noch die verkehrsreiche Straße überqueren, um in den Park zu gelangen. Nach rechts und links geschaut und losmarschiert. Wir waren mitten auf der Straße, da fiel Bobby auf, dass er nun wohl weit genug von seinem Zuhause weg wäre. Er stemmte alle vier Pfoten in den Asphalt und wollte keinen Meter mehr gehen! Mit Mühe konnte ich ihn auf den Mittelstreifen zerren, immer in der Angst, dass er mir aus dem Geschirr entwischt! Adrenalinstoß! Schweißausbruch! Ob dieser unsanften Behandlung schmiss Bobby sich gleich wieder fiepend hin. Sein verzweifelter Blick schien zu sagen: Nicht schon wieder schlagen, Tante Annette! Um uns herum brauste der Verkehr, Fahrer und Beifahrer in den Autos verrenkten sich die Hälse, ich aber war mehr als froh, dass ich ausnahmsweise keine Jacke mit Tiertafel-Logo anhatte. Die Schlagzeile in dieser gewissen blutrünstigen Zeitung leuchtete förmlich vor meinem inneren Auge: “Bremer Ausgabestellenleiterin quält wehrlosen kleinen Dackelmix”. Tanjuk hingegen hatte sich genau diesen Moment auserkoren, um sein großes Geschäft zu erledigen, beachtete meine Bemühungen um seinen zartbesaiteten Kumpel nicht und pfiff sich ein fröhlich’ Liedlein. Was blieb mir anderes übrig, als den Rückweg anzutreten? Ihr hättet sehen sollen, wie schnell Bobby aus meinem Blickfeld verschwand, nachdem ich ihm Zuhause das Geschirr abgenommen hatte. Wahrscheinlich hasst er mich jetzt … Perdita ergänzt: Liebe Annette, sorge Dich nicht, Bobby hat keine weiteren Schäden davongetragen – er ist ganz einfach: ein guter Schauspieler!

Mein Leben mit der Tiertafel (Teil 2)

von unserem Mitarbeiter Folkert Lunz

Wissen Sie was ein Struvitstein ist? Oder eine Prescription Diet? Sagen Ihnen die Buchstaben g/d, k/d oder c/d etwas? CD hatte ich auch schon mal gehört, aber das ist hier nicht gemeint. Wussten Sie, dass Rohasche auf Englisch wirklich raw ash heißt? Und was bitte genau ist eigentlich Rohasche? Wer jetzt voller Selbstbewusstsein seine Hand heben kann und ganz laut „Das weiß ich alles!“ rufen kann, dem rufe ich genauso laut zurück: „Toll! Wo warst Du an meinem ersten Tag in der Tiertafel-Ausgabestelle Bremen? Dich hätte ich brauchen können!“

Mit einem warmen „Hallo“ und „Schön, dass Du da bist“ wurde ich an diesem späten Mittag empfangen. Annette, eine der beiden Ausgabestellenleiterinnen in Bremen, erkannte ich sofort, schließlich war ihre Frisur noch genauso frisch geschnitten wie meine. Man wird sich erinnern, dass es auf einer grünen Couch beim Friseur war, wo ich eingeladen wurde, doch mal bei der Tiertafel-Ausgabestelle Bremen vorbei zu schauen, wenn ich mich ehrenamtlich unausgelastet fühlen würde. Ich muss zugeben, dass ich noch nie wirklich irgendwo ehrenamtlich gearbeitet habe. Und für den Tierschutz auch nicht, obwohl der mich immer interessiert hat.

„Schau Dich doch mal um was wir hier so machen, das ist Gitta, sie ist mit dir heute bei den Katzen.“ „Bei den Katzen?“ denke ich und habe noch immer meinen Tiertafel-Flyer in den Händen, der schon deutliche Gebrauchsspuren trägt. Na, ich brauchte doch die Adresse. Bremen ist groß, auch wenn wir es hier liebevoll „Dorf mit Straßenbahn“ nennen.

Auf mich zu kommt eine blond gelockte Frau, die mich freundlich über ihre goldgeränderte Brille anschaut. „Hallo ich bin Gitta und Du bist?…“ – „Folkert“ sage ich. „Ich mache mit Dir heute Katzen.“ – „Was das auch immer bedeutet.“ Innerlich nimmt sie mich an die Hand und führt mich hinter den Tresen. Nach 10 Minuten weiß ich den Unterschied zwischen „Senior“- und „Adult“- Futter. Wo welche Futterdosen stehen und das die ältere Dame dort vor mir die erste Kundin ist, welche grade herein gekommen ist. Wir haben geöffnet! Die kommenden zwei Stunden lerne ich eine Menge. Ich lerne was ein Struvitstein ist und das Presciption Diet ein spezielles Futter ist. Und mit g/d, und k/d Futtercodes finde ich durch den Dschungel der häufigsten Katzenbeschwerden. Meine Güte, was diese Viecher alles für Krankheiten bekommen und was das dann für ihre Menschen bedeutet! Ich erlebe Not und Hilflosigkeit, aber auch Hoffnung und Dankbarkeit. Mehrmals in dieser Zeit habe ich das Gefühl als würde die Temperatur in meiner Brust um ein paar Grad ansteigen. Wann ich das letztemal sinnvoller meine Stunden verbracht habe fällt mir grade nicht ein. Hier habe ich das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Etwas Richtiges und sinnvolles. Hinter und vor dem Tresen sind Menschen, die das Leben getroffen hat. Und manche mit voller Breitseite. Dann zu erleben wie diese Menschen von ihrem tierischen Begleiter erzählen und Zuversicht in ihren Augen leuchtet, das belebt auch mein Innerstes. Vier Pfoten und man weiß es geht weiter.

Irgendwann nimmt der Strom der Kunden ab und die Frau mit der goldgeränderten Brille fragt mich, ob es mir den gefallen hät- te und ob ich wieder kommen wolle. Und auf beide Fragen kann ich nur mit einem Tiefen „Ja!“ antworten.

Den ersten Teil dieser Serie findet ihr hier.

Mein Leben mit der Tiertafel (Teil 1)

von unserem Mitarbeiter Folkert Lunz

Früher hatte ich mal lange Haare. Warum? Ich wollte halt einmal im Leben lange Haare gehabt haben. Also ließ ich sie mir bis über die Schulter wachsen, bis mir Menschen den Namen Jesus auf der Straße entgegenwarfen. Dann schnitt ich sie ab. Ich will auch einmal eine Glatze haben. Auf natürlichem Wege kommt die ja von ganz alleine, aber ich will mir mal eine schneiden oder zumindest schneiden lassen. Einfach aus dem Grund, weil ich wissen will wie das so ist. Ich bin ein neugieriger Mensch und wenn es etwas Neues zu erfahren gibt, das auch noch ungewöhnlich klingt, dann bin ich dabei.

Mit diesem Ziel saß ich damals natürlich nicht beim Friseur auf der grünen Warte-Couch. Ein ganz normaler Herrenhaarschnitt sollte es sein. Um mir die Zeit zu vertreiben bis ich unters Messer kam, wühlte ich in dem Zeitschriftenberg und suchte etwas In- teressantes. Nun gibt es ja beim Friseur maximal vier Sorten von Unterhaltung, in der man blättern kann. Da wäre das Hardcoverbuch mit Haarmodellen. Da schau ich aber nie rein. Weiter liegen dort auch Comics oder etwas „Bravo“-ähnliches. Find ich nicht schlecht, aber die ist immer so schnell durchgelesen. Ja und noch die Klischee Männer- und Frauenzeitschriften. Nun und da ist die Wahl für mich leicht. Für die Herbstdamenmode interessiere ich mich so gut wie gar nicht. Aber noch weniger interessieren mich Motorräder, Rennwagen und Fußballergebnisse. Also schmökerte ich die Brigitte durch und blieb am Bild eines Golden Retrievers hängen, dem grad von einer schmucken Dame der Bauch gekrault wird. Der nebenstehende Text behandelte irgendwas zum Thema „Fellkraulen ist Wellness für die moderne Frau“ oder so. Doch ich kam nicht dazu, weiter zu lesen. Eine andere Kundin setzte sich zu mir auf die Couch. Auch sie wartete, doch sie suchte sich nicht eine eigene Zeitschrift sondern schaute in meine. Das alles beobachte ich aus dem Augenwickel.

Eine Anfang Vierzigerin mit kurzen blonden Haaren. Nicht unsympathisch. Doch sie schien meinen Blick bemerkt zu haben und fragte ungeniert ob ich auch einen Hund hätte. Nun ich habe nicht wirklich einen Hund. Also so zum Drittel oder Viertel. So ein Scheidungshund eben. Übers Wochenende ist mal bei mir und ich mache das, was man mit Scheidungskindern halt macht. Ich verwöhne ihn und bringe ihn gegen den neuen Partner meiner Ex-Freundin auf.

Na ja und als ich das alles erzählt hatte, stellte sich so langsam raus, wen ich da neben mir auf der Couch sitzen hatte. Eine der beiden    Leiterinnen    der    Tiertafel-Ausgabestelle Bremen in Person. So sprachen wir ohne viele Vorbehalte über unsere Hunde und ihre Menschen, also uns selbst. Und wo landet das Gespräch, wenn man über Hunde spricht und das mit einem Tier- tafel-Mitglied? Richtig!

Mit geschickt formulierten Sätzen sponn sie mich in ein Geflecht von Tierliebe, Freizeit und Engagement ein. Was soll ich sagen? Als mir dann der Umhang von meiner Friseurin umgelegt wurde und sie nach meinen Wünschen fragte, waren meine Gedanken noch immer bei dem Flyer der Tiertafel in meiner Hand und beim Termin für den nächsten Freitag, zur ersten Ausgabe.

Morgen folgt der zweite Teil der Geschichte.

Warum eigentlich nicht mal Katzen?

Bislang lag der Schwerpunkt hier im Blog eindeutig auf Hunden. Dabei kommen natürlich nicht nur Hundeherrchen und -frauchen zu uns, sondern auch viele Katzenbesitzer. Deren Tiere bekommen wir zwar in der Ausgabestelle kaum einmal zu Gesicht, doch sie sind uns deshalb nicht weniger wichtig. Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen ist dieser Beitrag ausschließlich den Teppichtigern gewidmet.

Zunächst ein etwas ernsthafteres Thema (als Belohnung fürs Lesen gibt’s am Ende zwei lustige Videos): Unsere Mitarbeiterin Ute führt “nebenbei” auch den Verein Tierhilfe Katzenwaisen e.V., der sich um Tiere in Not im In- und Ausland kümmert. Das Augenmerk liegt dabei hauptsächlich bei der Vermittlung von Katzen aus dem Ausland, wo die Tiere häufig in Tötungsstationen landen. Wichtig ist hier vor allem die Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen vor Ort. Doch auch in Deutschland ist der Verein tätig. Hier werden Streunerkatzen von aktiven Mitgliedern eingefangen, kastriert und dann wieder in ihrem angestammten Gebiet ausgesetzt. Die tolle Arbeit von Ute und ihren Kollegen hat natürlich unsere volle Unterstützung. Deshalb unsere Bitte an alle Leser: Schau Dir die Website des Vereins an. Dort gibt es viele weitere Informationen und vielleicht findet sich ja auch eine Möglichkeit, wie Du die Tierhilfe Katzenwaisen unterstützen kannst.

Nun zu den versprochenen lustigen Videos. Das erste Video ist ein Cartoon von Simon Tofield. Jeder Katzenbesitzer kann sich bestimmt bestens in die Lage des Mannes versetzen. Dem ein oder anderen wird die Szene vielleicht sogar bekannt vorkommen ;-)

Das zweite Video kam in den letzten Jahren zu großer Berühmtheit auf YouTube. Die Aufnahme von Charlie Schmidt stammt schon aus den 80er Jahren und ist so schräg und lustig, dass wir sie einfach hier reinstellen müssen (bitte trotzdem NICHT zuhause nachmachen…):

Hunde sind auch nur Menschen

Manchmal wundert man sich, wie ähnlich uns unsere vierbeinigen Freunde doch sind ;-)

Oder vielleicht sind wir ja auch einfach alle Hunde? Hier könnt ihr es herausfinden… (via @Isarhunde)